Die van der Waalsche Zustandsgleichung realer Gase

 
Die folgenden Gasgesetze gelten nur für ideale Gase:
Das Boylsche Gesetz gibt die Beziehung zwischen Volumen und Druck einer gegebenen Masse Gas für konstante Temperaturen an:

(1)    PV = constant

Das Gesetz von Gay-Lussac und Charles besagt, dass das Volumen und die absolute Temperatur einer gegebenen Menge Gas bei konstantem Druck einander direkt proportional sind:

Das Gesetz von Avogardo setzt das Volumen eines Gases zu der Anzahl Mole bei gegebener Temperatur und Druck in Beziehung:

Dies bedeutet, dass bei gleicher Temperatur, gleichem Druck und gleichem Volumen die gleiche Anzahl Moleküle vorhanden sind, unabhängig von dem Gas.

Durch Verbinden der obigen Gesetze erhält man das ideale Gasgesetz:

wobei R die molare Gaskonstante ist. Sie hat den Wert:

 

Reale Gase setzen sich nicht aus unendlich kleinen und vollkommen elastischen Kugeln zusammen, die sich auch gegenseitig nicht anziehen. Diese Eigenschaften müssen mit einer Korrektur der idealen Gasgleichung (4) berücksichtigt werden, damit die Ergebnisse mit experimentellen Messungen übereinstimmen. Der bekannteste Vorschlag einer solchen Korrektur ist die van der Waalsche Zustandsgleichung, die bezogen auf ein Mol Gas wie folgt lautet:

(6) 

Der Faktor a/V2 stellt einen Binnendruck dar und berücksichtigt die anziehende Wechselwirkung zwischen den Molekülen.  Die Konstante b drückt die Inkompressibilität der Moleküle, welche ein bestimmtes Eigenvolumen haben, aus.

Beispiele einiger van der Waals-Konstanten:
 
Gas a [m6 Pa/mol2] b [m3/mol]
H2 0.025 1.66*10-5
O2 0.138 3.18*10-5
H2O 0.554 3.05*10-5

In der folgenden Graphik ist der Gasdruck in Abhängigkeit des Volumens dargestellt. Die Graphik lässt sich für die obigen Gase und für verschiedene Temperaturen neu berechnen. Durch Verändern des Temperaturwertes sieht man, wie sich die Form der Kurve ändert.

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